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zu Tiefst (dez ‘22)

​ mein leib zutiefst er trauert dem nach was gar nie war in mir vergeben lymphen den drüsen verarbeiten das was gar Nie  gewesen  das jetzt ist passé die zukunft auch  fern weht ein dunsthauch  erinnernder hoffnung am ende der see greifbar ist nichts was je Erfüllung versprach die trauer so gross   in mir ein keil der mein leben teilt und ärger sät  um mich nicht gewohnt, als sonnenschein, schlechtwetter zu sehen  mein geist -  oh so schwach nur des leibes poren noch wach verbittert der blick durch die weite des landes das  sicherheit böte  Käm ich  in nöte offen gelegt  der  plan langsam komm ich voran Ist weniger das was ich will,  als das, was ich kann auf einmal wieder still

aus: schmutzige blumen (21)

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​ oh, früchte meiner dummheit die ihr wahllos am plafond herumhängt die ihr langsam faulig werdet, sehnsüchtig wartet auf den fall, der euch den sich‘ren tod bedeutet ihr schmeckt so gut!

Rot wie Blut

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Z wetschken, Birnen und Kummer,   noch klein gestückelte Erdbeeren dazu g’nommen. Jedenfalls so viel Gefühl und Arbeit in nur einem Glas - w ie ich es bisher nicht kannte, sei es was besonderes oder einfach nur das, was es ist : 350g Erdbeeren-Birnen-Zwetschken Marmelade  Vergessen e  Bissen Entrück te  Façon  Entzück en des Handwerks Verlebt  e   Person  … Zu viele  Zufälle     Elle Schade ! ​

In Polen

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​ Die Stämme der Birken so weiß Wie der Schnee auf den Feldern im Winter Doch bekommen sie im Frühling Pollen und das macht uns dann weniger Freud.  Auch die kleinsten, entzückendsten  Blättchen  werden zum Herbst hin etwas ‚robust‘.  Und so ist es im Winter dann wieder ohne Grün und braun nur schwarz und weiß.   Doch das Weiß bleibt das ganze Jahr über und erfreut auch in dunkelster Stund  Und streicht man mit der Hand dann darüber Ist weit und breit kein andrer so sanft!

Blind (2024)

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​ Frauen und Männer  Mädchen und Jungs Mütter und Väter  Eltern, Onkeln und Tanten Bumms Wissen von Liebe  Die einen mehr  Die anderen weniger Sehen sich wieder und wieder und wieder Und  finden nicht zueinander blödeln herum mit was anderem Bleiben nicht stehen und staunen  Über das Gemälde der Augen  Kinder der Erde unter der Sonne Über den Meeren und auf den Bergen Lebt euer Leben- Gebt nicht zu viel Geht in die Straßen spielt euer Spiel Arbeitet fleißig - Mut und Gefühl Nur einmal gelingt das, was man will Mit Maß und Ziel

es kommt die wende

kein schnee im dezember keine schuhe mehr vor deiner tür ein herbst, der entfremdet anstatt zusammenführt eine nacht ohne ende wo bleibt es nur das licht das alles ändert weihnachten steht vor der tür christ-us, gibt‘s  uns? das schaf, den stall, die henne hat alles ein ende, außer wir?  nur mit dir kommt sie, die wende ich falte sie die hände auf dass der frühling komme  - das lamm, das fromme - erscheinen mag in betlehem am himmel hoch das sternbild forme damit ich weiss, da geht‘s zu dir ich mach mich auf den weg - frau holle schüttel fleissig deine wolle schert das schaf: es gibt! und du liegst fein in deinem bette, das kind, das schöne, das fette reichlich beschenkt bist du worden denn auf‘s leere folgt das volle, kehrt ein ins haus, ins tolle, koste es, was wolle! der sommer bringt seine frucht, hab zuversicht es wird das heilige kennt keine furcht es brennt  kennt  sein ziel  es muss und löscht -  aus...

Milieustudie Neukölln

Zufall und Akt der Schöpfung  Wir sitzen hier im Freien werden bedient von einer Jungen Frau mit Maske zwischen Bürgersteig und Park biegt sich eine Straße um die Kurve. Ich sitz am Tisch an der Wand linksseitig zum Eingang. Es spazieren Leute mit Regenschirm vor mir vorbei, Gäste, aber auch Touristen, Bewohner. An der Strassenecke steht ein weisser Lieferwagen, mit Arbeitern vom Bau, die das Café nützen, um  WLAN zu haben; am Geländer an der Strasse zum Café schauen sie  zu dritt türkische Musikvideos auf einem Handy. Meine Verbindung am Laptop geht dadurch langsamer…ich kann der Vorlesung aber auch mit den Folien folgen…Die schmutzig, staubige Schaufel des Arbeiters der zurückgekehrt ist von seinem Einsatz fällt auf den Beton der Straße und es scheppert. Der Bedienung fällt der kleine Silberlöffel des Cafe-Services herrunter. Diese Kontraste des metallernen Klanges! So nah beinander die Ausgangsmaterialen - Metall und Werkzeug - so unterschiedlich die Klasse der Herkunf...